AT | 1200 Wien | Wiener Donausandwerke, etwa 1923

Historisches Foto [1] der 1909 gegründeten [2] Wiener Donausandwerke GmbH. Datiert auf ca. 1923 [1a].

Geschäftsführer war anno 1925 Ing. Josef Roßhaendler [2].

Die Werke hatten die Ordnungsnummer XX., Handelskai 1b [2],[3]. Dies ist bei Einmündung der Stromstraße in den Handelskai. Heute ist an dieser Stelle die Radfahrerrampe bei der U6-Station Handelskai situiert, die am Foto sichtbaren Gleise sind die letzten Meter der Donauländebahn vor der heutigen S45-Station Handelskai.

Der Betrieb lag zwischen Donau und Donauuferbahn, was am Foto sehr gut erkennbar ist. Durch diverse große Krananlagen war es möglich, Schiffe zu beladen und zu löschen. Ein System von hoch geführten Loren ermöglichte die Beladung von Eisenbahnwaggons von oben [1]. Die Donausandwerke dürften die Zwischenkriegszeit nicht überstanden haben. Sie sind weder in amtlichen Karten um 1933 noch im Wiener Telefonbuch 1943 nachweisbar.

Quellen:

[1]…Foto der Wiener Donausandwerke 118×90 mm: Eigentum Markus Mráz (schlot-Archiv)

[1a]…Freundliche Mitteilung nordbahnbertl 2012 (siehe Kommentare).

[2]…Compass Verlag (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien. 381

[3]…Artaria & Co. (um 1913): Plan Wien – 20. Bezirk Brigittenau 1:4.000. Nach Angaben des Städtischen Feuerwehrkommandos und nach dem General-Regulierungsplane des Wiener Stadtbauamtes revidiert im Institute der Verlagshandlung (Dr. K. Peucker). Wien

5 Antworten auf „AT | 1200 Wien | Wiener Donausandwerke, etwa 1923“

  1. Zuerst einmal:
    Toll, super, was ihr immer für historische Schmankerln auftreibt! DANKE und weiter so!!!

    Zitat: ” … die letzten Meter der Donauländebahn …”

    Die Strecke entlang der Donau in Wien, parallel zum Handelskai ist die “Donauuferbahn”,
    jene von Maxing/Meidling kommende über Oberlaa und Klein Schwechat bis zum KW Freudenau (genau genommen bis zum Donaukanal) führende Strecke ist die Donauländebahn.

    Historischer Hintergrund:
    die Donauländebahn wurde von der Kaiserin-Elisabeth-Bahn (heutige Westbahnstrecke) 1872 errichtet und betrieben, es war sozusagen das Anschlußgleis dieser Bahngesellschaft zur Donaulände bei Albern, dort befanden sich am südseitigen, dem rechten Donaukanalufer die Umladeanlagen Bahn/Schiff.

    Erst später wurde in den Jahren nach der Donauregulierung, die ja mit dem Durchstich des neuen Bettes 1875 noch lange nicht abgeschlossen war, abschnittsweise von jeder Bahngesellschaft ihr eigener Bahnhof am Donauufer/Kai errichtet.
    Die Nordbahn den Donauuferbahnhof 1875
    (als Ersatz für deren ersten Kai in Floridsdorf bei der heutigen Alten Donau/Paul Speiser Hof),
    die STEG (Ostbahn) 1876 den Donauländebahnhof vom Bf Erdberg her,
    die FJB 1878 den Bf Brigittenau von Nußdorf her (wurde ab 1890 auch von der Nordwestbahn genutzt),
    der komplette Lückenschluß der Donauuferbahn unter der kkStB erfolgte bis 1880, als man die Freudenau bzw Bf Albern und somit die KEB/Donauländebahn erreichte.

    Buchtip:
    Österreichs Eisenbahnstrecken
    von Peter Wegenstein
    Verlag Pospischil

    MfG
    Nordbahnbertl

  2. Noch was zum Foto:

    der Grundstein der (“zweiten”) Floridsdorfer Brücke wurde 1913 gelegt und die Brücke 1924 eröffnet.
    Da noch Baukräne zu erkennen sind, die Brücke aber schon einen kompletten Eindruck macht kommt wohl eher “um 1923” in Frage und nicht “um 1910”.
    😉

    MfG
    Nordbahnbertl

  3. Servus, wir haben Deine Bemerkungen eingearbeitet und Dich zitiert. Danke für die akribische Arbeit. Das mit den Baukränen auf der Brücke ist hohes Level. – chapeau-

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